Ein zentrales Risiko liegt in der isolierten Verarbeitung zusammenhängender Sachverhalte. Beispiel Reihengeschäfte: In der Standardkonfiguration bildet SAP bei komplexen logistischen Ketten häufig nur einen Ausschnitt der Lieferkette ab. Die für die Zuordnung der bewegten Lieferung entscheidenden Informationen sind systemseitig nicht durchgängig verknüpft. Die korrekte steuerliche Würdigung hängt damit von manuellen Eingriffen einzelner Anwender ab — ein erhebliches Risiko, das unmittelbar an individuelles Fachwissen geknüpft ist.
Vergleichbare Schwachstellen bestehen bei ausländischen Registrierungen. Für bestimmte Konstellationen fehlt dem SAP-Standard die dynamische Logik zur Ermittlung der zutreffenden USt-IdNr. Dies betrifft insbesondere Montagelieferungen, die im Ausland regelmäßig eine Registrierungspflicht auslösen, vom System jedoch nicht als registrierungspflichtig erkannt werden.
Auch auf der Beschaffungsseite bestehen signifikante Risiken — insbesondere bei der automatisierten Eingangsrechnungsverarbeitung. Bei Dunkelbuchungen stützt sich der Prozess primär auf die Angaben der Lieferantenrechnung. Werden dabei unberechtigte Vorsteuerbeträge gebucht, trägt das empfangende Unternehmen an dieser Stelle ein nicht unerhebliches Risiko. Eine dedizierte Steuerfindung auf der Eingangsseite kann hier wirksam gegensteuern. Die Voraussetzung dafür ist — wie bei jeder steuerlichen Automatisierung — die Qualität der Stamm- und Transaktionsdaten: Nur wenn Belege die wirtschaftliche Realität abbilden und bezogene Leistungen bereits bei der Beleganlage umsatzsteuerlich differenziert erfasst werden, ist eine Automatisierung mit einer vertretbaren Risikoeinstufung realisierbar.
Um potenzielle Schwachstellen in Ihrer SAP-Landschaft sichtbar zu machen, stellen wir Ihnen unten unseren Risikocheck zur Verfügung. Er unterstützt Sie dabei, typische steuerliche Schwachstellen in Ihrem System zu identifizieren.
![]() Adam Dubielecki Partner |
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